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#Produkttrends

Handtmann Armaturenfabrik auf steigendem Erfolgskurs – Erworbene ASME-Zertifizierung eröffnet neue Zielmärkte

Entwicklungsprojekt “ASME Sicherheitsventil“ - Wie alles begann

Entwicklungsprojekt “ASME Sicherheitsventil“ - Wie alles begann

Die Armaturenfabrik ist als Hersteller von Sicherheitsventilen nach Druckgeräte Richtlinie (DGRL) ein bekannter Name in der Getränke- und Lebensmittelindustrie, Pharma-, Kosmetikbereich. Vorgaben dieser Richtlinie und verschiedene DIN Normen sind Standard für den Verkauf von Sicherheitsventilen im europäischen Markt. Seit vielen Jahren bewährt sich genau dort die Sicherheitstechnik der Armaturenfabrik. Das qualitativ hochwertig Ventilprogramm, speziell die Sicherheitsventilserie, bietet für alle Anforderungen in Bezug auf Reinigbarkeit, Werkstoffe und Überdruckabsicherung von Tanks im „Hygienic Design“ die optimale Lösung für jeden Kunden. Aber wie sieht es außerhalb Europas aus? Im US Markt gelten andere Regelwerke und technische Vorgaben. Um hier Sicherheitsventile verkaufen zu können ist eine ASME Zulassung auf Basis des ASME Code Voraussetzung. Diese Zulassung ist auch für andere Märkte in Kanada oder Asien eine gute Ausgangsbasis. Durch die ASME-Zertifizierung sind Umsatzsteigerungen zu erwarten.

Was verbirgt sich hinter ASME und ASME Code?

ASME ist der Verband der amerikanischen Ingenieure (American Society of Mechanical Engineers), ähnlich dem VDI in Deutschland. Arbeitsgrundlage ist der ASME Code (ASME Boiler & Pressure Vessel Code). Dies ist ein umfassendes Regelwerk für die Konstruktion, Fertigung, Prüfung und Zulassung von Druckbehältern und -systeme. Der ASME Code erscheint nur in original englischer Sprache und alle zwei Jahre in einer neuen Ausgabe.

Projektstart ASME – Oder einfacher gesagt an Herausforderungen wächst man

Um zukünftig selbst am Markt als Anbieter agieren zu können wurde das Entwicklungsprojekt “ASME Sicherheitsventil“ auferlegt. Für die Armaturenfabrik war die Fertigung und Zulassung nach ASME ein bisher weitestgehend neues Feld. Im Netz gibt es hierüber unendlich viele Informationen. Steigt man aber tiefer in das Thema ein, so stellt man schnell fest, dass sich das alles vorwiegend auf Dampf- und Druckbehälter bezieht. Zum Thema Fertigung und Zertifizierung von Sicherheitsventilen ist kaum bis nichts zu finden. Gezielt haben wir daraufhin einen Dienstleister gefunden, der uns zu generellen ASME Themen und speziell zu Qualitätsanforderungen und -sicherung fundierte Unterstützung geben konnte. Schwieriger gestaltete sich das Thema Ventildesign und Konstruktion - wie sieht ein ASME Ventil aus, welche konstruktiven Anforderungen müssen erfüllt werden, welche Anforderungen gibt es hinsichtlich Funktion und Leistung, wie erfolgt die Zertifizierung etc. Da es hier keinen Leitfaden gibt, mussten die Detailinformationen aus dem ASME Regelwerk (ASME Code) oder aus Angaben von zuständigen Organisationen (ASME, National Board, kurz NB) erarbeitet werden.

ASME-konforme Anpassung der Handtmann Sicherheitsventile

Ursprünglich geplant war, die ASME Ventile auf Basis der vorhandenen Ventile umzusetzen. Bei den ersten Vortests hat sich aber schnell herausgestellt, dass dies aus strömungstechnischen Gründen nicht machbar ist. Die ASME Zertifizierung weicht hier bei der Leistungsauslegung von der europäischen ab, da alle Ventile einer Baureihe nach ASME dasselbe Strömungsverhalten aufweisen müssen. Um dies zu bewerkstelligen, mussten fünf Ventile einer Baureihe neu konstruiert werden. Dies bedeutete dann in der Folge auch einen höheren Test- und Prüfaufwand. Für die erste Nennweite eines nach ASME konstruierten Prototypen wurden externe Strömungsanalysen in Auftrag gegeben und mit praktischen Leistungstests verglichen. So konnten strömungsbeeinflussende Parameter im Vergleich ausgewertet wer-den. Dies wurde dann im entsprechenden Verhältnis auf die anderen Nennweiten übertragen. Alle Prototypen wurden bei bestimmten Drücken für die Medien, Wasser und Luft auf einem Prüfstand getestet. Nach konstruktiver Feinanpassung konnten die Ventile zur Leistungsprüfung an den NB verschickt werden. Später erfolgte eine erneute Leistungsprüfung bei anderen Einstellungen und mit Ventilen aus laufender Produktion, um die Ergebnisse der ersten Prüfung zu bestätigen.

Neuer Prüfstand verhindert Drucküberschreitungen bei ASME Sicherheitsventilen

Ein neu installierter Prüfstand bei der Armaturenfabrik ermöglicht die Überprüfung gängiger Ventilgrößen mit den Nennweiten von DN 25-100. Der Prüfdruck beträgt im Normalfall 10 bar, nach Umrüstung können auch Drücke bis 150 bar getestet werden. Die Ventile werden je nach späterem Einsatzbereich mit Wasser oder Luft eingestellt, was auch eine der Forderungen des ASME Codes ist.

Qualitätssicherung garantiert Herstellung nach ASME Vorgaben

Ein weiteres Schwerpunktthema im ASME Code ist die Anforderung an die Qualität bzw. damit verbundenen Qualitätssicherungsprozess. Dieser beinhaltet neben den Konstruktionsvorgaben, die einzusetzenden ASME Materialien, die Anforderung an die ASME Schweißtechnik, die Überwachung des Fertigungsprozesses, die Ventilprüfung und Einstellung. Hierzu musste ein zweisprachiges ASME Qualitätssicherungs-Handbuch erstellt und mit entsprechenden Prüfprotokollen und Arbeits- und Verfahrensanweisungen versehen werden. Die Implementierung des Qualitätssicherungssystems wird in einem späteren mehrtägigen Audit (Shop Review) überprüft. Für den Hersteller von Sicherheitsventile gibt es bei ASME noch eine Besonderheit. Es wird ein sogenannter CI (Certified Individual) gefordert, als offizieller "Bevollmächtigter". Dies sind speziell geschulte Personen, die ein Online Training beim National Board erfolgreich absolviert haben. Die CI´s sichern im Bereich ASME Sicherheitsventile die konforme Herstellung der Ventile nach ASME Code Sect. VIII, Div. 1. ab. Das erstreckt sich über den gesamten Prozess von den Materialien über Fertigung bis zur Einstellung und Endkontrolle. Die CI´s unterzeichnen auch im letzten Schritt der Prozesskette die Herstellerbescheinigung (Certificate of Conformity). Dies ist ein zentraler Schritt, denn der Hersteller bescheinigt hier die Konformität d.h. die Übereinstimmung der Ventile mit den Vorgaben im ASME Code. Erst dann dürfen die Ventile mit dem ASME UV Stempel (und NB Stempel) versehen werden und werden somit erst zum ASME Ventil.

Die Armaturenfabrik ist jetzt “ UV Stamp Holder“ - Und was heißt das nun genau?

Das heißt nichts anderes, als dass….

die Armaturenfabrik ein zertifizierter und somit zugelassener Hersteller von Sicherheitsventilen ist, die hinsichtlich Design, Leistung und Qualität dem ASME Code entsprechen.

Die Ventile dürfen wir daher mit dem ASME Symbol und dem UV Stempel (UV Stamp) versehen und werden somit zu einem “richtigen ASME Ventil“.

Infos

  • Arthur-Handtmann-Straße, 88400 Biberach an der Riß, Germany
  • Albert Handtmann Armaturenfabrik GmbH & Co. KG