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#Neues aus der Industrie
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Verstecktes Potenzial:
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Interview mit dem Vertriebsexperten Dr. Mathias Aschenbrenner über Wertschöpfungsketten und Nebenströme bei der Herstellung pflanzlicher Proteine
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„Bei der Herstellung von pflanzlichem Eiweiß variieren die Prioritäten unserer Kunden von Fall zu Fall erheblich. Deshalb entwickeln wir von Anfang an gemeinsam mit unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen.“
Dr. Mathias Aschenbrenner
Dr. Mathias Aschenbrenner ist derzeit für Prozesslösungen im Bereich pflanzlicher Proteine verantwortlich. Durch die Bündelung internen Fachwissens und die Zusammenarbeit mit externen Technologiepartnern ist Flottweg seiner Meinung nach bestens für die Zukunft gerüstet.
In den letzten Jahren ist die weltweite Nachfrage nach hochwertigem pflanzlichem Protein für die Lebensmittelproduktion stark gestiegen. Experten sagen voraus, dass sich dieser globale Wachstumstrend in den kommenden Jahren und Jahrzehnten fortsetzen wird. Mehr denn je sehen sich die Hersteller von pflanzlichem Protein mit Diversifizierungs- und Kostendruck konfrontiert. Neben der Optimierung von Ausbeute und Qualität ihrer Proteinproduktion ist die Verwertung von Nebenprodukten ein weiterer wichtiger wirtschaftlicher Hebel. In diesem Interview erläutert Dr. Mathias Aschenbrenner, Vertriebsingenieur bei Flottweg und Experte für Prozesslösungen im Bereich pflanzlicher Proteine, wie sich Nebenprodukte möglichst effizient nutzen lassen und warum effiziente Wertschöpfungsketten für pflanzliche Proteine wichtig sind.
Pflanzliche Proteine haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen – welche Trends zeichnen sich Ihrer Meinung nach ab?
Derzeit ist klar, dass das wichtigste Erfolgskriterium darin besteht, einen guten Business Case für den Kunden zu erstellen. Deshalb wird es immer wichtiger, Nebenprodukte zu verwerten und neue, alternative Rohstoffquellen zu erschließen. Allerdings haben auch die Verfügbarkeit und die Beschaffung von Rohstoffen für die Verarbeitung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.
Welche Rolle spielen Nebenprodukte bei der Verarbeitung von pflanzlichen Proteinen?
Um ein überzeugendes Geschäftsmodell zu entwickeln, müssen wir einen ganzheitlichen Ansatz bei unseren Rohstoffen verfolgen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Erbse. Die Trockenmasse der Erbse besteht zu einem Viertel aus Protein, zur Hälfte aus Stärke und zu etwa 20 % aus Ballaststoffen. Für viele Kunden steht das Protein im Mittelpunkt. Es wäre jedoch eine absolute Verschwendung von Rohstoffen und wirtschaftlich wenig sinnvoll, die anderen 75 % nicht zu nutzen. Die Erbsenballaststoffe und die Stärke können im Lebensmittelsektor oder in anderen Branchen eingesetzt werden.
Wie lassen sich Stärke und Ballaststoffe verwerten?
Wir können die Stärke mithilfe eines Zentrifugalsiebs von den Ballaststoffen trennen. Die abgetrennten Ballaststoffe können anschließend mit einer Bandpresse mechanisch entwässert und dann dem nächsten Prozess, z. B. der Trocknung, zugeführt werden. Die abgetrennte Stärke kann entweder sofort mit einem Dekanter entwässert oder zur weiteren Veredelung mit Hydrozyklonen weitergeleitet werden. Bei der Veredelung wird die Stärke in einem mehrstufigen Verfahren gewaschen. Dadurch lässt sich ein sehr hoher Reinheitsgrad erzielen. Stärke ist ein sehr vielseitiges Produkt, das in einer Vielzahl von Produkten und Prozessen eingesetzt werden kann. Der erforderliche Reinheitsgrad hängt von der jeweiligen Anwendung ab (als Rohstoff für Fermentationsprozesse, für die Lebensmittelindustrie oder in technischen Branchen).
Warum sind alternative Rohstoffquellen wichtig?
Unter alternativen Rohstoffquellen verstehen wir hier pflanzliche Rohstoffe, die nicht ausschließlich zum Zweck der Proteinextraktion hergestellt wurden – wie dies bei Erbsenmehl der Fall ist –, sondern bereits als Abfall oder Nebenprodukte anfallen. Zu dieser Gruppe gehören Presskuchen aus Ölmühlen oder Braureis aus Brauereien. Beide Produkte sind proteinreich, werden jedoch derzeit mangels Alternativen überwiegend als Tierfutter verkauft. Da diese Rohstoffe bereits in großen Mengen verfügbar sind, kann es sehr lukrativ sein, dieses Protein zu extrahieren, um einen Mehrwert zu schaffen.
Warum ist die Optimierung der Wertschöpfungskette für pflanzliches Protein besonders wichtig?
Grundsätzlich ist eine optimierte Wertschöpfungskette das Ziel jeder industriellen Produktion, da es sich heutzutage kein Kunde leisten kann, Ressourcen zu verschwenden. Bei der Herstellung von pflanzlichem Protein variieren die Prioritäten unserer Kunden von Fall zu Fall stark. Deshalb entwickeln wir von Anfang an maßgeschneiderte Lösungen gemeinsam mit unseren Kunden. In der Vorplanungsphase entwerfen wir ein komplettes Anlagenkonzept, einschließlich Massenbilanz und Layout. So stellen wir sicher, dass unsere Kunden genau wissen, was sie von uns erhalten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir gemeinsam mit dem Kunden dessen ursprüngliche Idee weiterentwickeln und verbessern – sogar bereits in der Vorplanungsphase.
Warum sind Zentrifugen die richtige Technologie für die Verwertung von Nebenprodukten?
Im Laufe seiner langen Geschichte hat Flottweg die Entwicklung der Dekantertechnologie mit unzähligen Innovationen und Verbesserungen geprägt und vorangetrieben. Heute bieten wir hochspezialisierte Zentrifugen für nahezu alle Bereiche der Fest-Flüssig-Trennung an. In Kombination mit einem richtig konzipierten Prozess bieten Flottweg-Dekanter außergewöhnliche Effizienz und Flexibilität. Insbesondere bei Nebenproduktströmen kommt es häufig zu Schwankungen in Zusammensetzung und Menge. Unsere intelligenten Trennlösungen passen sich diesen Bedingungen an und gewährleisten stabile Prozesse auch unter widrigen Bedingungen. Schließlich ist Wertschöpfung nur dann sinnvoll, wenn sie konsistent erzielt werden kann.
Welche Rolle spielt Flottweg dabei?
Flottweg-Dekanterzentrifugen und insbesondere der Flottweg Sedicanter® kommen in fast allen Schritten des Proteinextraktionsprozesses sowie bei der damit verbundenen Aufbereitung von Nebenprodukten zum Einsatz. Im Bereich der pflanzlichen Proteine bietet Flottweg je nach Kundenanforderungen sowohl komplette Systemlösungen als auch einzelne Anlagenkomponenten an. Mit Hilfe der Flottweg-Systemlösungen lassen sich maximale Ausbeuten an pflanzlichem Protein höchster Qualität effizient und ressourcenschonend gewinnen – dies gilt insbesondere für Nebenprodukte. Wir bieten unseren Kunden alles aus einer Hand – von der ersten Idee über die Projektumsetzung bis hin zum Kundendienst.
Weitere Informationen zu den Flottweg-Zentrifugen für die Extraktion von pflanzlichen Proteinen finden Sie hier. Wenn Sie weitere Informationen zur Extraktion von pflanzlichen Proteinen wünschen, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.