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Gefrierspanntechnik: Präzise Werkstückfixierung durch Eis statt mechanischer Klemmung
Verzugsfreies Spannen ohne Rückstände für die Präzisionsfertigung
Mit Gefrierspannplatten lassen sich Werkstücke sicher und ohne mechanischen Spannverzug fixieren. Anstelle klassischer Klemmkräfte nutzt das Verfahren die natürliche Haftfähigkeit von Eis, vergleichbar mit Raureif auf einer Windschutzscheibe oder festgefrorenem Geschirr im Kühlschrank. Das Werkstück wird dabei auf eine befeuchtete Gefrierspannplatte aufgesetzt, die über einen Druckluftwärmetauscher abgekühlt wird, sodass sich innerhalb weniger Sekunden Eis bildet, durch das das Werkstück fixiert wird. Die kompakten, aus einem Stück gefertigten Platten lassen sich dabei besonders schnell einsetzen.
Da bei diesem Verfahren keine mechanischen Klemmkräfte auf das Werkstück wirken, entstehen weder Verformungen noch Brüche, wodurch auch keine spezielle Vorbereitung der Werkstücke notwendig ist. Unabhängig von ihrer Form können Teile an nur einer Seite fixiert werden, was eine Bearbeitung mit fünf Achsen in einem einzigen Arbeitsgang ermöglicht. Nach dem Auftauen bleiben außerdem keine Rückstände am Werkstück zurück, sodass eine aufwendige Nacharbeit entfällt. Im Vergleich zu anderen Spannverfahren erreicht die Gefrierspanntechnik bei metallischen Werkstücken eine hohe Nennhaltekraft, die deutlich über jener von Vakuumspannplatten liegt und sich auch im Vergleich zu Magnetspannplatten als wettbewerbsfähig erweist.
Das Verfahren eignet sich für eine breite Palette an Hart- und Weichstoffen, von Metall und Kunststoffen über Keramik und Glas bis hin zu Gummi und Textilien. Besonders bewährt hat sich die Gefrierspanntechnik bei komplexen Anwendungen mit filigranen Werkstücken in der Medizintechnik, der Feinmechanik und Uhrenindustrie, der Luft- und Raumfahrt sowie in der additiven Fertigung von 3D-Druck-Bauteilen.