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#Neues aus der Industrie
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Warum reicht beim Eindrehen von selbstschneidenden Schrauben in Kunststoff das Drehmoment allein nicht aus?
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selbstschneidende Schrauben eintreiben, Drehmomentschraubendreher, selbstschneidende Schrauben in Kunststoff eintreiben
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In der Welt der Metallmontage ist die "Drehmomentkontrolle" die unbestrittene goldene Regel: Wir legen ein Ziel-Drehmoment fest, und das Werkzeug stoppt, wenn es diesen Wert erreicht - einfach, direkt, effektiv.
Überträgt man diese Strategie jedoch wortwörtlich auf das Eindrehen von selbstschneidenden Schrauben in Kunststoffteile, kommt es in der Regel zu Problemen: Entweder die Schraube "schwimmt" (sitzt nicht vollständig fest) oder man übertreibt es und reißt das Gewinde ab. Die Ausbeute wird nicht besser.
Das Kernproblem ist, dass bei selbstschneidenden Schrauben in Kunststoff das Drehmoment allein bei weitem nicht ausreicht; es ist sogar riskant. Gehen wir der Sache auf den Grund und zeigen wir eine zuverlässigere Lösung auf.
Das Drehmoment ist im Wesentlichen ein Maß für die "Kraft", den Widerstand, der überwunden werden muss, um die Schraube zu drehen. Bei Metallen kommt dieser Widerstand hauptsächlich von der Klemmkraft, die durch die Dehnung der Schraube entsteht, und die beiden sind ziemlich proportional. Bei Kunststoffen werden die Dinge jedoch komplizierter:
Weiches Material, hohes Anzugsmoment
Eine selbstschneidende Schraube muss ihr eigenes Gewinde in den Kunststoff schneiden. In dieser Phase des "Gewindeschneidens" entsteht eine sehr hohe Reibung, so dass das Drehmoment in die Höhe schießt. Wenn Sie nur auf das Drehmoment achten, kann es passieren, dass das Werkzeug den Zielwert erreicht, bevor die Schraube eine brauchbare Klemmkraft erzeugt hat, und vorzeitig stoppt. Das Ergebnis: Die Schraube "schwebt" über der Oberfläche und die Verbindung ist locker.
Versprödung nach der Streckgrenze
Sobald das Gewindeschneiden beendet ist, tritt die Schraube in die Phase des "Sitzspannens" ein. Der Kunststoff gibt bei einer geringen Spannung nach und versagt nach einem starken Drehmomentanstieg fast ohne plastische Verformung. Ein reines Drehmomentwerkzeug kann nicht erkennen, ob es sich bei dieser Spitze um eine "gesunde Vorspannkraft" oder den "Auftakt zum Ausreißen" handelt. Es wird leicht überdreht und das Gewinde zerstört.
Um den blinden Fleck des Drehmoments zu umgehen, müssen wir eine zweite Dimension hinzufügen: den Winkel.
Der Winkel erfasst den gesamten Weg der Schraube. Eine typische Drehmoment-Winkel-Kurve für eine selbstschneidende Kunststoffschraube enthält mehrere wichtige Stufen:
A. Einlaufen: Die Schraube dreht sich frei, das Drehmoment ist vernachlässigbar.
B. Gewindeschneiden: Die Schraube schneidet in den Kunststoff, das Drehmoment steigt schnell und stetig an.
C. Sitzpunkt (fest): Der Schraubenkopf berührt die Kunststoffoberfläche - hier beginnt die eigentliche Klemmung.
D. Elastische Spannung: Der Schraubenschaft dehnt sich leicht und baut eine Vorspannung auf; Drehmoment und Winkel steigen gemeinsam an.
E. Punkt des maximalen Drehmoments: Das maximale Drehmoment ist erreicht und die Vorspannung ist nahezu optimal.
F. Versagen: Das Material gibt nach, das Drehmoment bricht zusammen, das Gewinde reißt ab.
Die Winkelüberwachung sagt uns genau, welche Stufe die Schraube erreicht hat.
Moderne hochpräzise Schraubstrategien kombinieren daher Drehmoment und Winkel. Durch Tests ermitteln wir ein optimales "Drehmoment-Winkel-Fenster".
Nur wenn beide Bedingungen erfüllt sind, wird eine Verbindung akzeptiert:
Drehmoment OK: Das gemessene Drehmoment liegt innerhalb des vorgegebenen Bereichs.
Winkel im Fenster: Die vom Aufsetzpunkt aus gezählte Drehung liegt innerhalb der vordefinierten Winkelgrenzen.
Wie werden damit die früheren Probleme gelöst?
Verhindert das Schwimmen: Wenn das Drehmoment erreicht wird, der Winkel aber weit unter dem unteren Grenzwert liegt, meldet die Steuerung "unzureichender Winkel". Dies bedeutet in der Regel, dass das Gewindeschneiden unvollständig ist oder die Schraube noch nicht festsitzt, so dass ein Alarm ausgelöst wird.
Verhindert das Ausreißen: Wenn das Drehmoment erreicht wird, der Winkel aber bereits über den oberen Grenzwert hinausgeht, meldet die Steuerung "zu großer Winkel" - ein deutliches Anzeichen für ein zu starkes Anziehen und drohendes Ausreißen - und hält sofort an.
Die kombinierte Drehmoment-Winkel-Steuerung ist der einzige Weg zu zuverlässigen Kunststoffverbindungen, zur Beseitigung von Qualitätsmängeln und letztlich zu hohen Ausbeuteraten.